Mit der Kronen-Zeitung falsche Kondensstreifen erkennen

Bereits vor zwei Wochen beschäftigte sich die Kronen-Zeitung auf einer Doppelseite (Sonntag, 31.5.2015, S. 34/35) mit dem Thema Geo-Engineering und befragte dabei Dr. Viktor Bruckman von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auch über Chemtrails.

Zu den heftig umstrittenen „Chemtrails“ (mit Chemie versetzten Kondensstreifen) hat Bruckman eine klare Meinung: „Die gibt es nicht. Das sind Kondensstreifen, deren aktuelle Ausprägung sich leicht durch atmosphärische Messungen erklären lässt.“ Was ihn sicher macht: „Eine chemische Manipulation der Menschheit weltweit zu koordinieren und alle Airlines ins Boot zu holen, wäre kaum möglich.“

Dennoch sehen viele Chemmies den Krone-Artikel als Bestätigung ihrer Verschwörungsmythen, denn wenn sogar die auflagenstärkste Zeitung Österreich darüber berichtet, muss doch etwas dran sein! Mit ihrem Schlusssatz schafft es die Kronen Zeitung auch, Angst vor der entarteten Wissenschaft zu schüren und den Leser in Unsicherheit zurückzulassen.

Viele bleiben dennoch skeptisch, denn von Gen-Technologie bis zu Keimbahnmanipulation und geklontem Leben wird man den Verdacht irgendwie nicht los, dass längst mehr gemacht wird, als eigentlich gemacht werden dürfte.

In der Sonntagsausgabe vom 14.6.2015 legt die Kronen Zeitung aufgrund der großen Leser-Resonanz noch einmal kräftig nach und sät mit einer Doppelseite (S.32/33) über das „unheimliche Himmelslabor“ weitere Zweifel, ob nicht doch etwas vertuscht wird. Eine bebilderte Anleitung soll helfen, echte und falsche Kondensstreifen auseinander zu halten.

Nach dem Erscheinen unseres Berichts meldeten sich übrigens viele Leser, die meinen auch in ihrer nächsten Umgebung verdächtige Streifen am Himmel gesehen zu haben, die nur aufs Erste Ähnlichkeit mit Kondensstreifen haben. Während klassische Kondensstreifen sehr schmal sind und schnell verschwinden, wirken die anderen wie mit der Spraydose in den Himmel gesprüht. Letztere Variante unterscheidet sich dadurch, dass die Streifen nicht verschwinden, sondern im Gegenteil breiter werden und zu einem Schmierfilm und diffuser Bewölkung werden, aus der es später abregnet.

Künstliche Wolken verbleiben lange in der Luft, wobei sich die Streifen je nach Windstärke und Richtung in die Breite ziehen. Diese trüben das Himmelblau als weiß-grauer Schmierfilm. Normale Kondensstreifen bestehen aus Wasserdampf, Kohlendioxyd und Rußpartikeln. Sie lösen sich oft schon nach wenigen Sekunden auf und sind im Gegensatz zu den anderen geradlinig und nur einige Flugzeuglängen lang.

Und auch hier positioniert sich die Krone im letzten Absatz noch schnell als Gentechnikgegner:

Umstrittene Technologien, wie Geo-Engineering, Fracking und Genmanipulation, sind in den USA gang und gäbe. In Europa hingegen herrscht zumindest offiziell noch gesunde Skepsis.

Gesunde Skepsis brauchen vor allem auch die Krone-Leser, schließlich ist es ja nicht das erste Mal, dass die Kronen-Zeitung auffällig wird.

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