Sekten-Brotaufstrich

Auf den Aufstrichen der Marke iBi von „Lebe Gesund“ prangt das Logo der „Güter Neu-Jerusalem“. Was hat es damit auf sich?

iBi-Brotaufstrich. Quelle: http://www.lebegesund.de

Dahinter steckt tatsächlich eine umstrittene Glaubensgemeinschaft namens „Universelles Leben“, wie die Wiener Zeitung berichtet:

Die Anhänger von Universelles Leben glauben an die Offenbarung, dass das Weltende bevorsteht und gründeten sogenannte Christus-Betriebe, die sich teils auf ökologische Landwirtschaft spezialisiert haben und mit denen die Überlebenden gerettet werden sollen.

Mit den Einnahmen wird also eine religiöse Öko-Sekte unterstützt, die sich mit umfangreicher kommerzieller Aktivität finanziert. Aussteiger berichten:

Mit Biohandel ins Paradies. Bis es soweit ist, geht’s mitunter ziemlich höllisch zu. Weil ökologischer Landbau auf Gifteinsatz verzichtet, müssen viele fleißige Hände ran, etwa um Unkraut zu rupfen. Nicht selten für Gotteslohn; „bienen“ heißt die ehrenamtliche Schufterei für die „Christusbetriebe“. „Christusarbeiter“, so das UL-Gebot, sollten „keine Schätze sammeln, die die Motten und der Rost verzehren.“ Am besten sollten die „Urchristen“ gleich ihr „Vermögen dem Gemeinwohl zur Verfügung stellen“ – „Ich habe nirgendwo so oft das Wort Geld gehört wie in dieser Sekte“, sagt Volker Kempf, ein Aussteiger. Ein „unmenschliches, raffgieriges Unterdrückungssystem“, urteilt Wolfgang Behnk, Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirche in Bayern. Biokost vom Sklavenhalter.

Eine umfassende Kontrolle der Mitglieder steht an der Tagesordnung:

Von Anfang an gibt es das Lebensbuch, das die Erzieherinnen für die Kinder führen. Darin wird notiert und gesammelt, was das Kind malt, plaudert und tut. Dieses Lebensbuch wird dann regelmäßig zusammen mit den Eltern besprochen. Später einmal soll das Kind fähig sein, das Lebensbuch selbst zu führen. Nicht nur die Taten soll es dann eintragen, sondern vor allem auch alle schlechten Gedanken. Geistige Führer des UL dürfen auch jederzeit Einblick in das Lebensbuch nehmen.

Damit bekommt der an sich köstliche Brotaufstrich einen ziemlich bitteren Nachgeschmack.

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