Aberglaube: Samenspende im Urwald

Zwei amerikanische Wissenschaftler besuchten zur Erforschung der Ursachen der männlichen Homosexualität ein Bergdorf des Sambia-Stammes in Papua-Neuguinea. Psychoanalytiker Robert Stoller und Verhaltensforscher Gilbert Herdt stießen dort auf eine erstaunliche Form des praktizierten Aberglaubens:

Die Antworten der Eingeborenen erstaunten (…) die Bleichgesichter. Bei ihnen, berichteten die Wilden, würden die Knaben etwa vom siebten Lebensjahr an die unverheirateten Männer des Stammes per Mundverkehr (Fellatio) beglücken; kaum jedoch habe ein Mann die Ehe geschlossen, vergnüge er sich ausschließlich mit Frauen – und zwar ausgiebig, Seitensprünge seien statthaft.

Knaben gelten nämlich als „leere Gefäße“ und die Sambia sind davon überzeugt, den Samen und damit die Männlichkeit von Generation zu Generation weitergeben zu müssen.

Frauen gelten als weitgehend unnütz, böse und übelwollend, sogar als „giftig“. Dennoch leben die Sambiakinder bis zu einem Alter von sieben bis zehn Jahren in engem, liebevollem Kontakt mit ihren Müttern. Dann jedoch werden sie den Müttern weggenommen und in den Wald getrieben, „wo die geheimen Initiationsriten der Mannwerdung beginnen“.

Dabei werden die Kinder gezwungen, sämtliche Junggesellen des Dorfes zu fellationieren – eine Praktik, die sie während der nächsten Jahre bis zur eigenen Geschlechtsreife nahezu täglich wiederholen und dabei „soviel Samen schlucken müssen wie möglich“. Dann werden sie wiederum zu Samenspendern der nächsten Generation. Denn die Sambia glauben, daß allein Samen Männlichkeit und Manneskraft erzeugt, ohne ihn bleibe der Mann gleichsam „ein leeres Gefäß“.

Auf diese Weise zu Männern gemacht, heiraten die Junggesellen etwa im 20. Lebensjahr. (…) „Homoerotische Erfahrungen in der Jugend“, schlußfolgern die Forscher, „führen also nachweislich nicht zwingend zur Homosexualität.“

Der Spiegel berichtete über die Arbeit der Verhaltensforscher, die 1985 publiziert wurde. Orijin Culture berichtet über weitere Initiationsriten im Stamm der Sambia.

  • Stoller, R. J. and Herdt, G. H. (1985): Theories of origins of male homosexuality. Archives of General Psychialtry, 42, 399-404.
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